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Circular Economy im Einzelhandel: Wieviel Nachhaltigkeit ist möglich?

01.03.2020 | 09:14 | Daniela
Weltweit werden 3,5 Millionen Tonnen Abfall produziert – täglich. Verbraucher wünschen sich zunehmend mehr Nachhaltigkeit im Handel.

Weltweit werden 3,5 Millionen Tonnen Abfall produziert – täglich. Verbraucher wünschen sich zunehmend mehr Nachhaltigkeit im Handel – doch was ist in Deinem Geschäft im Rahmen der Circular Economy überhaupt möglich?

Circular Economy (CE) – Was ist das?

Wurden Rohstoffe bislang linear genutzt, also von der Rohstoffgewinnung in die Produktion und den Handel und schließlich in den Müll, so soll das Circular Economy Modell in Zukunft dafür sorgen, dass Ressourcen nicht nur so lange wie möglich genutzt werden, sondern aus ihnen auch der maximal verwertbare Wert gewonnen wird. Das setzt jedoch einen Rohstoffzyklus voraus, der in sich geschlossen ist und dem Abfall als Sekundär-Rohstoff wieder zugeführt werden kann, um daraus neue Produkte herzustellen. Die Herausforderung liegt bei der Kreislaufwirtschaft folglich vor allem darin, die Lebensdauer jedes einzelnen Produkts zu erhöhen und die unterschiedlichen Materialien/Rohstoffe effizient zu recyceln.

WRAP: Wirtschaftswachstum durch Kreislaufwirtschaft

Experten sehen in der Circular Economy ein großes Potenzial, neue Geschäftsfelder zu entwickeln und damit das Wirtschaftswachstum weiter voranzutreiben. Ein gutes Beispiel ist die in Großbritannien ansässige Organisation Waste & Resources Action Programme (WRAP). Sie arbeitet mit Unternehmen, Kommunen und Verbrauchern zusammen, um geschlossene Kreislaufwirtschaftsmodelle zu entwickeln und erfolgreich aufzubauen. Dazu gehören nicht nur hocheffiziente und spezialisierte Recylingmethoden, sondern auch die Entwicklung neuer, nachhaltiger Produkte aus Sekundär-Rohstoffen.

Circular Economy Action Plan der EU

Auch politisch trifft das Thema Kreislaufwirtschaft auf Resonanz. So hat die EU bereits 2015 den Circular Economy Action Plan mit insgesamt 54 Maßnahmen für den Aufbau einer EU-weiten Kreislaufwirtschaft formuliert. Zudem legte das Europäische Parlament Recyclingziele fest, sodass bis 2035 mindesten 65 % des städtischen Abfalls und bis 2030 insgesamt 70 % des Verpackungsmülls in der gesamten Europäischen Union nicht nur recycelbar sein, sondern als Recyclingrohstoffe dem Produktionskreislauf auch tatsächlich wieder zugeführt werden sollen. Politisch und organisatorisch wird der Weg in die Circular Economy also schon vorbereitet. Doch was bedeutet das für Dich als Händler? Wie kannst Du zu einer höheren Lebensdauer Deiner Waren beitragen und Verpackungsmüll erfolgreich reduzieren?

Startups liefern innovative EC-Konzepte für stationäre Geschäfte

Ein in sich geschlossenes Kreislaufwirtschaftssystem stellt große Herausforderungen an alle Beteiligten. Da sind smarte und innovative Ideen, wie diese, gefragt:

  • Cyclic Design

    Das junge Design-Startup aus Leipzig entwickelt wiederverwendbare Produkte, die aus einem Monomaterial hergestellt sind und somit keine Materialkomponenten enthalten. Das erleichtert nicht nur das anschließende Recycling, sondern sorgt auch für eine hervorragende Recyclingbilanz. Mit der Abfüllflasche „Nepenthes“ für Körperpflegeprodukte, wie Shampoo oder Bodylotion, bietet Cyclic Design dem Einzelhandel eine smarte Verpackungslösung.

  • Bin-e by Infocode

    Ebenfalls smart ist die Mülltrennungsidee „Bin-e“ des polnischen Startups Infocode. Denn die modern designten und individuell gestaltbaren Abfallbehälter erkennen automatisch, welches Material in den Behälter fällt und sortieren dieses selbstständig nach Glas, Kunststoff, Papier und Metall.

  • AgroSustain

    Um die Lebensdauer von Frischeprodukten zu verlängern, hat das Schweizer Startup AgroSustain ein vollkommen biologisches Pestizid entwickelt, das den Befall von Frischwaren, wie Erdbeeren, Pflaumen oder Trauben, mit Schimmelsporen verhindert und somit deren Haltbarkeit deutlich steigert.

Wie sinnvoll ist Circular Economy für Dein Geschäft

Das Modell der Circular Economy muss zwar, um erfolgreich sein zu können, auf eine global funktionierende Kreislaufwirtschaft abzielen. Doch gerade zu Beginn braucht es Visionen und Ideen, die das Umdenken vorantreiben. Startups liefern hier erstaunliche Konzepte für die Praxis und bieten auch Dir als Händler neue Möglichkeiten, zu einer Reduzierung von Müll effizient beizutragen. Dabei gilt die Devise: Es sind die kleinen Schritte, die letztlich Großes bewirken. Deine Kunden werden diese Schritte sicher gerne mit Dir gehen.

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