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DIY-Schmuck verkaufen – darauf kommt es an

22.06.2022 | 09:36 | Julia
Wer handwerklich begabt ist, muss seine Kunst längst nicht mehr zu Hause verrotten lassen oder darauf warten, bis jemand sein Können nach Hunderten vo

Wer handwerklich begabt ist, muss seine Kunst längst nicht mehr zu Hause verrotten lassen oder darauf warten, bis jemand sein Können nach Hunderten von Jahren erkennt. Im Zuge der Digitalisierung und des E-Commerce ist es möglich, Objekte und Dienstleistungen schnell und einfach Online anzubieten und zu verkaufen. Auch Künstler, die beispielsweise Schmuck selbst herstellen, können ein eigenes Business Online gründen und dabei ihren Schmuck verkaufen.

Qualität gewährleisten: Material und Bearbeitung

Wer seine Kunst, Schmuck zu entwerfen und zu gestalten, verkaufen möchte, benötigt im ersten Schritt Schmuck mit ausreichender Qualität. Hierbei kommt es stets auf das Material an, aus welchem man seinen Schmuck herstellt. Holzschmuck beispielsweise kann aus verschiedenen Hölzern hergestellt werden. In der Verarbeitung jedoch sind nur gewisse Holzarten bearbeitungsfähig. Besonders beliebt sind Arten wie Ahorn, Apfelbaumholz, Buche, Eiche, Esche, Grenadill-Holz, Guajak, Meranti-Holz, Rosewood (Sandelholz), Ulmenholz, Walnuss, Wenge, Zebrano-Holz und Zürgelbaum.

Wenn man darauf abzielt Echtschmuck anzubieten, benötigt das Material ein gewisses Niveau. Der sogenannte Echtschmuck wird heute nicht mehr aus reinem Edelmetall hergestellt, sondern wird mit anderen Metallen gemischt. Diese Vermischung nennt man auch Legierung. Bei einer Legierung erhöht sich bei Gold die Härte und Polierbarkeit, was viele Vorteile mit sich bringt. Wie stark eine Legierung sein soll, hängt von dem eigenen Handwerk und der Vorstellungen ab. So sind in Deutschland beispielsweise folgende Legierungen üblich:

  • 8 Karat, 333er Gold = 33,3 % Feingold und 66,7% Silber/Kupfer/Palladium/Platin/Nickel
  • 9 Karat, 375er Gold = 37,5 % Feingold und 62,5 % Silber/Kupfer/Zink/Zinn
  • 14 Karat, 585er Gold = 58,5 % Feingold und 41,5 % Silber/Kupfer
  • 18 Karat, 50er Gold = 75 % Feingold und 25 % Silber/Kupfer
  • 925er Silber = 92,5 % Silber und 7,5 % Kupfer (=Sperling-Silber)

Wer sich für Qualität entschieden hat, sollte seine Materialien nur von kompetenten Herstellern kaufen. So sollte Goldschmiedebedarf, von 8 Karat bis zu 18 Karat, nur dann bestellt werden, wenn ein Onlineshop gewährleisten kann, dass es sich bei den Materialien um echtes Gold handelt. Auch Schienenzangen, Schweißgeräte und andere Hilfsmittel, sollten auf die Bearbeitung hochwertiger Materialien abgestimmt sein.

Die Marktgelegenheit analysieren und identifizieren

Zeitungen

Nachdem man einen groben Plan über den Schmuck erstellt hat, kann es mit der Marktanalyse weitergehen. Die Marktanalyse ist eine Art von Recherchearbeit, in der man die Konkurrenz begutachtet, Preisgruppen kennenlernt, Statistiken durchgeht und mögliche Kundenwünsche analysiert:

  • Wettbewerbsanalyse:

    Um den Markt zu verstehen, muss man ihn selbst erlebt haben. Genau deshalb empfiehlt es sich andere Online-Schmuckgeschäfte im Internet anzuschauen und dabei herauszufinden, was sie richtig und falsch machen. Ziel dieser Analyse ist es, eine Differenzierung negativer Aspekte in der eigenen Marke zu schaffen.

  • Durchführen von Umfragen:

    Eine weitere Möglichkeit, wie man mehr über das Schmuckgeschäft und Kundenwünsche in Erfahrung bringen kann, ist das Halten von Umfragen. Da man meist noch keine weitreichende Gruppe auf den sozialen Medien hat, empfiehlt es sich vorerst Bekannte im Umkreis produktspezifische Fragen beantworten zu lassen. Sollte man bereits Follower auf Instagram, Twitter, TikTok und Co. Haben, kann auch dort eine Umfrage zu Schmuck und Kundenwünschen erstellt werden.

  • Recherche auf Google Trends:

    Mit Tools wie Google Trends kann man nach aktuellen Themen in einer Branche suchen, sodass man gut nachvollziehen kann, welche Artikel aktuell angesagt sind. Bei Echtschmuck kann es beispielweise hilfreich sein im eigenen Shop über die Verträglichkeit der Edelstoffe zu informieren. Viele Kunden neigen schnell von neuen Produkten ab, da Beimischungen wie Nickel Allergien auslösen können und der Gehalt einer Beimischung von manchen bewusst falsch angegeben wird. Genau deshalb ist es wichtig Vertrauen mit den Kunden aufzubauen.

Einen zusätzlichen Onlineshop gründen – so geht’s

Internetrecherche
  • Schritt 1: Eine gute und einprägsame Internetadresse wählen.
  • Schritt 2: Mehrere Bezahlmethoden und Lieferservice analysieren und auswählen.
  • Schritt 3: Den Onlineshop skizzieren oder Beratung in Anspruch nehmen.
  • Schritt 4: Plan allein oder mit Webdesignern umsetzen.
  • Schritt 5: Arbeitsschritte mit einer Software für Warenwirtschaft und Versandhandel automatisieren.
  • Schritt 6: Ware anbieten und sachgemäß lagern und verpacken.
  • Schritt 7: Für die Website auf Social-Media-Plattformen werben.
  • Schritt 8: Eine rechtliche Absicherung haben oder eine Rechtsberatung einholen.

Welchen Preis sollten die Produkte bekommen?

Den richtigen Preis zu finden, gleicht einem Spagat. Auf der einen Seite muss der Preis konkurrenzfähig sein. Auf der anderen Seite muss das Produkt zu dem Preis einen angemessenen Gewinn erwirtschaften. Ob man mit seinem Produkt oder mit seiner Dienstleistung Geld verdient, hängt von der richtigen Kalkulation ab.

Bei der Preisfindung sollte man sich von dem Prinzip „Bauchgefühl“ oder „Das müsste so ungefähr passen“ verabschieden. So sollte man stattdessen Kalkulationsschemata benutzen, welche auf die eigenen internen Betriebsabläufe, die Produkte und die Dienstleistungen sowie den Markt abgestimmt sind. Ziel hierbei ist es, so viel Gewinn wie möglich zu erzielen. Hierbei ist es erneut wichtig den Markt, also die Konkurrenz, stets zu beobachten und sich in die Lage der Kunden zu versetzen. Es ist auch von Vorteil, den Preis und das Budget im Auge zu behalten. Sehr beliebte, aber überteuerte Produkte sollten bei der Preisgestaltung genau unter die Lupe genommen werden. Außerdem sollten häufige und drastische Änderungen vermieden werden.

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